Geschnitzte Holztüren und Gartentore empfangen Gäste und halten böse Geister fern

Gartentore haben vielfach eine ganz natürliche Funktion. Meist sind sie dazu gedacht, mit Zäunen eingefasste und abgetrennte Grunstücke die äußere Umwelt fern zu halten. Zäune und Gartentore verraten viel über ihre Besitzer. Gerade dann, wenn die Zäune einen einbruchsicheren Eindruck vermitteln wollen. Aber es geht auch anders. Gartentore können auch Mittler zwischen dem Bewohner eines Hauses und seiner Umwelt sein. Ein Tor hält nicht nur ungebetene Gäste fern, ein Tor ist Empfangsbereiter für die, die dadurch schreiten. Ein Gartentor hätte viele Geschichten zu erzählen, über seinen Besitzer, über jene, die dadruch gegangen sind, ob sie fröhlich waren oder traurig, ob sie regelmäßig zu Besuch kamen oder einmalige Besucher. Ein Blick durch ein Tor gibt interessante Eindrücke auf Skulpturen, Bildhauerei, Raumgestaltung, Illusionsmalerei oder etwa die Inneneinrichtung frei. Spannende Momente und Augenblicke für den Beobachter und Betrachter.

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Es gibt Länder, in denen deren Einwohner bewußt auf die äußere Trennung des persönliches Wohnbereichs verzichten und der Übergang von privat zu öffentlich fließend und nahtlos erscheint. Anders auf Bali. Die Balinesen trennen den privaten Bereich vom öffentlichen Bereich ganz bewußt ab. Vieles hat mit dem Glauben der Balinesen zu tun. Die Welt der Balinesen wird stets in zwei Bereiche eingeteilt, nämlich vereinfacht dargestellt in gut und böse. Um sich von äußeren, bösen Einflüssen fern zu halten, ziehen die Balinesen eine Mauer um ihren persönlichen Lebensbereich. Eine Holztür und ein Tor bieten die Möglichkeit des Zugangs. Dabei wird diesem Zugangsbereich ganz besonderes Augenmerk geschenkt. Balinesische Holztore und Türen sind immer aufwendig entstanden, mit viel Engagement in den Details. Das sieht man den Holztoren an. Die Türen werden von balinesischen Handwerkern mit filigranen Schnitzarbeiten versehen. Die Holzschnitzer legen beeindruckende Ornamente an. Manchmal läßt man diese Türen in ihrem naturbelassenen Zustand, oft werden die Holztüren und Tore aber auch prächtig und farbenfroh bemalt. Eine balinesische Tür ist immer ein Gesamtkunstwerk. Jeder Betrachter wird von ihrer Ausstrahlung gefangen genommen. An dem Eingangstor läßt sich schon erkennen, wir reich und mächtig dessen Besitzer sein muss. Die Art des ausgewählten Holzmaterials und der Aufwand der Schnitzereien beeinflussen den Wert eines Holztores. Es ist nicht schwer, für ein prächtiges Holztor ein kleines Vermögen auszugeben. Aber selbt für ein einfaches und günstiges Holztor sparen die Balinesen oftmals lange und geben, gemessen an ihren Einkommen, kleine Reichtümer aus.

In unserem westlichen Garten kann eine balinesische Türe oder ein kleines Tor ein wahres dekoratives Schmuckstück sein. Ob als Zugang zum Garten oder mitten auf der Wiese, ein farbenfrohes Asiator wird jeden Betrachter begeistern. Bestückt mit je einem Wächter aus Stein an den beiden Seiten des Tors, erhalten nur die guten Geister und Mächte Zugang zum persönlichen Lebensbereich. Auch zwei sitzende Buddha Figuren aus Stein oder chinesische Terrakottakrieger können die Vorboten zum privaten Lebensbereich sein. Asiatische Tempelwächter oder asiatische Löwen verrichten gerne ihre Dienste und sind erprobte Helfer, wenn es um das Fernhalten von bösten Mächten gilt.DSC_9768

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Aktualisiert am 6. September 2017

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